Rat aus Riehen - #10

Was der Fussball vom Eishockey lernen kann

Kürzlich verbrachte ich ein regelrechtes Sportwochenende: Am Donnerstagabend war ich im «Joggeli», um mit dem FCB gegen Fiorentina mitzufiebern und wenige Tage später verfolgte ich zwei Spiele der Eishockey-Nati in Riga mit.

Natürlich sind die beiden Sportanlässe nicht zu vergleichen – auf der einen Seite ein europäischer Wettbewerb mit Vereinsmannschaften und auf der anderen Seite eine Weltmeisterschaft, bei der Land gegen Land antritt.

Und trotzdem ist mir etwas aufgefallen: Das Fussballspiel wurde vom Schiedsrichterteam souverän geleitet, gleichwohl gab es auf dem Platz immer wieder Diskussionen bzw. Reklamationen. FCB-Spieler Fabian Frei liess sich gar zu einem Revanchefoul hinreissen, obwohl der Schiedsrichter Vorteil anzeigte und damit signalisierte, dass er das vorhergehende Foul des Fiorentina-Spielers gesehen hatte.

Ganz anders beim Eishockey in Riga: Gegen Kanada wurde Nati-Kapitän Niederreiter bösartig gefoult. Der Schiedsrichter übersah dies. Wenig später simulierte der kanadische Täter und Niederreiter wurde auf die Strafbank geschickt – und dann erzielten die Kanadier auch noch den Führungstreffer in dieser Überzahl. Eine stossende Ungerechtigkeit, die von den Schweizern jedoch hingenommen wurde und dank einer disziplinierten Leistung auch keinen Einfluss auf den späteren Sieg hatte.

Wenn es also um Professionalität im Sport, um Disziplin während des Spiels und damit um den Fokus auf das Beeinflussbare geht, kann der Fussball vom Eishockey zumindest gemäss dieser Erfahrung noch einiges lernen. Oder vielleicht auch nur der FC Basel von der Eishockey-Nati.